LAPPLAND IM HERBST | Ruska und nordlichter
Rot, Gelb und Gold auf den Fjells. Beeren und Pilze im Wald. Und wenn die hellen Sommernächte verschwinden, kehrt auch die Chance zurück, Nordlichter zu sehen.
Wer Finnisch-Lappland vor allem als Winterreiseziel kennt, entdeckt im Herbst eine ganz andere Landschaft. September ist die Zeit der Ruska: die kurze Phase, in der sich Bäume, Sträucher und niedrige Vegetation verfärben. Richtung Oktober verändert sich die Landschaft weiter, während die längeren Nächte mehr Möglichkeiten bieten, Nordlichter zu sehen.
Gerade diese Kombination macht den Herbst besonders: Tagsüber bist du in einer Landschaft unterwegs, die sichtbar Farbe und Charakter verändert, und am Abend besteht die Chance auf ein ganz anderes Naturschauspiel am Himmel.
WENN SICH DIE GANZE LANDSCHAFT VERFÄRBT
Ruska ist das finnische Wort für die herbstliche Laubfärbung. Im Norden beginnt sie meist im September. Dabei verändern nicht nur die Bäume ihre Farbe. Auch niedrige Sträucher und die Vegetation am Boden leuchten in Rot, Orange und Gold.
Der genaue Zeitpunkt variiert von Jahr zu Jahr und von Ort zu Ort. Grundsätzlich gilt: Je weiter nördlich du reist, desto früher beginnen die Herbstfarben. Im Durchschnitt erreicht die Färbung in Nordfinnland etwa in der zweiten Septemberwoche ihren Höhepunkt. Die intensivste Phase dauert nur relativ kurz.
Gerade dieses Vergängliche macht ihren Reiz aus. Du reist durch eine Landschaft, die sich sichtbar mit der Jahreszeit verändert.
RAUS IN DIE LANDSCHAFT
Der Herbst ist eine schöne Zeit, um Finnisch-Lappland zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu entdecken. Rund um Levi, Ylläs und den Pallas-Yllästunturi-Nationalpark führen Routen über Fjells, durch Wälder und entlang von Seen. Weiter im Norden wird die Landschaft offener und die Tundra prägt zunehmend das Bild.
Dafür musst du keine mehrtägige Trekkingtour machen. Von kurzen Spaziergängen bis zu längeren Routen kannst du selbst entscheiden, wie weit du in die Landschaft eintauchen möchtest.
Du möchtest unterwegs auch etwas mehr über das Leben hinter der Landschaft erfahren? Dann geh mit einem lokalen Guide auf Tour. Heli Alatalo, Gründerin von Soma Adventures, nimmt Reisende mit in ihre Heimat rund um das kleine Dorf Lompolo. In kleinen Gruppen teilt sie nicht nur die Natur, sondern auch Geschichten über das lokale Leben und lappländische Traditionen.
So wird das Draußensein zu mehr als nur einer schönen Aussicht: Du lernst einen Ort auch durch die Menschen kennen, die dort leben und arbeiten.
PROBIERE, WAS DIE JAHRESZEIT BRINGT
Die Herbstfarben sind nur eine Seite dieser Jahreszeit. Jetzt schenken die Wälder auch Beeren und Pilze.
Das Sammeln in der Natur gehört fest zum finnischen Outdoor-Leben. Je nachdem, wo du übernachtest, kannst du selbst losziehen oder dich einer lokalen Tour anschließen. Auch auf den Speisekarten findet sich die Landschaft wieder – in Zutaten wie Beeren, Pilzen, Fisch und Wild.
So erlebst du den Herbst nicht nur mit den Augen, sondern bekommst auch einen Geschmack davon, was die Jahreszeit vor Ort mit sich bringt.
UND AM ABEND: DIE CHANCE AUF NORDLICHTER
Für Nordlichter musst du nicht warten, bis Lappland unter einer dicken Schneedecke liegt.
Wenn die hellen Sommernächte verschwinden, beginnt die Nordlichtsaison wieder. Ab Ende August sind die Nächte im Norden dunkel genug, um Nordlichter sehen zu können. Damit überschneidet sich die Zeit der Ruska mit der Rückkehr der Nordlichtsaison.
Der Herbst hat dabei noch eine Besonderheit: Seen und Flüsse sind noch nicht zugefroren. Unter den richtigen Bedingungen können sich die Nordlichter deshalb im Wasser spiegeln.
Eine Garantie gibt es natürlich nie. Ein klarer, dunkler Himmel und ausreichend Sonnenaktivität bleiben Voraussetzung. Aber gerade diese Unvorhersehbarkeit macht es zum Teil des Abends, noch einmal vor die Tür zu gehen und nach oben zu schauen.
WELCHE SEITE LAPPLANDS MÖCHTEST DU ENTDECKEN?
Finnisch-Lappland ist groß und die Landschaft unterscheidet sich deutlich von Region zu Region.
Rund um Levi und Ylläs findest du Fjells, Wälder, Wanderwege und vergleichsweise viele Einrichtungen. Rovaniemi verbindet Natur mit Stadt und Kultur. Wer weiter nach Norden reist, zum Beispiel Richtung Inari, kommt in eine offenere Landschaft, in der auch die Sámi-Kultur stärker präsent ist.
Damit wird die Wahl des Reiseziels selbst Teil der Reise: Suchst du vor allem Natur und Komfort, möchtest du Landschaft mit Kultur verbinden oder noch weiter in den Norden reisen?
UNSER HERBST IN LEVI
Auf unserer eigenen Reise entschieden wir uns für Levi und übernachteten in der Villa Snowfall, einer Holzvilla mitten in der Landschaft.
Gerade im Herbst fanden wir diese Kombination besonders schön. Tagsüber raus und anschließend an einen warmen Ort zurückkehren, an dem man sich durch den Blick nach draußen trotzdem noch mit der Umgebung verbunden fühlt. Villa Snowfall hat große Fenster mit Blick auf die Landschaft, einen Kamin, eine Sauna und einen Whirlpool.
So kannst du das Outdoor-Leben voll auskosten, ohne dafür campen zu müssen.
Villa Snowfall liegt etwa zwei Kilometer von Levi und fünfzehn Kilometer vom Flughafen Kittilä entfernt. Die Natur fühlt sich ganz nah an und gleichzeitig ist die Region relativ einfach zu erreichen.
LAPPLAND IM HERBST
Wandern, während sich nicht nur die Bäume, sondern auch der Boden rot und golden färbt. Beeren im Wald sammeln. Mit einem lokalen Guide etwas mehr über den Ort erfahren, an dem du gerade bist. Danach in die Sauna. Und wenn es dunkel wird, doch noch einmal nach draußen gehen und schauen, ob sich am Himmel etwas zeigt.
Finnisch-Lappland muss nicht unter Schnee liegen, um sich vollkommen anders anzufühlen. Gerade im Herbst kommen verschiedene Seiten des Nordens zusammen: Ruska, Outdoor-Leben, lokale Aromen und die Rückkehr der Nordlichtsaison.
Eine kurze Reise muss sich nicht wie eine kleine Reise anfühlen.

